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Tomozuru-Zwischenfall

Der Tomozuru-Zwischenfall - (Tomozuru Jiken)

6. - 13. März 1934

Die "Tomozuru", ein Torpedoboot der 21. Torpedobootdivision / Sasebo-Schutzflotille, verließ mit den Schwestereinheiten "Chidori" und "Manazuru" am 6. März 1934 Sasebo zu einer 6-Tage-Übung, die westlich von Nagasaki stattfinden sollte. Während "Manazuru" wegen Motorschäden zurückkehren musste, nahmen die verbliebenen Schiffe Kurs auf die Straße von Terashima.

Am Abend des 11. März ankerten sie in der Straße, um sich für die ab 1.15 Uhr des folgenden Tages geplanten Nachtangriffe auf den leichten Kreuzer "Tatsuta" vorzubereiten. Während dieser Angriffe verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Gegen 3.00 Uhr herrschte bereits eine Windgeschwindigkeit von bis zu 39 Knoten, die Wellen erreichten eine Höhe von 4 Metern.

Um 3.25 Uhr wurde die Übung abgebrochen und die Rückkehr nach Sasebo angeordnet. Am 3.58 Uhr brach die Funkverbindung zur "Tomozuru" zusammen, die Positionsleuchten fielen um 4.12 Uhr aus. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich etwa 7 Seemeilen südlich von Dai Tatsushima. Der Kreuzer hatte bis zu 30° Schlagseite, die Torpedoboote bis zu 45°!

Um 4.28 Uhr funkte "Chidori" an die "Tatsuta": "Tomozuru's Verbleiben unbekannt!" Zu diesem Zeitpunkt wurde das Torpedoboot bereits von einer schweren Welle getroffen und kenterte auf Position 33°55' Nord und 129°30' Ost.

"Chidori" nahm weiter Kurs auf die Straße von Terashima, um dort Schutz zu finden, während "Tatsuta" wendete und mit der Suche nach der "Tomozuru" begann. Aufgrund der Sichtweite von bis zu drei Kilometern, meterhohen Wellen und strömenden Regen musste diese erste Suche aber bald abgebrochen werden.

Um 7.40 Uhr wurden die beiden Zerstörer "Hatsuharu" und "Nenohi" zur Unglücksstelle entsandt. Erst um 14.05 Uhr sichtete die "Tatsuta" einen "Turm eines aufgetaucht laufendendes Unterseeboot", welches sich bald als Ruder und Propeller der gekenterten "Tomozuru" erweisen sollte. Sie befand sich, durch Wind und Strömung in Richtung Hiradoshima getrieben, 2,5 Seemeilen von Mikamishima. Eine Bergung der durch Klopfen festgestellten Überlebenden konnte durch Dunkelheit und Wassertiefe nicht begonnen werden. Deshalb nahm "Tatsuta" das gekenterte Schiff in Schlepp und anschließend Kurs auf Sasebo.

Um 7.25 des 13. März erreichte der Kreuzer den Eingang zum Hafen von Sasebo und wurde hier von Hafenschleppern abgelöst. Von diesen wurde "Tomozuru" in das Trockendock gezogen. Hierzu musste unter Wasser der Tripod-Hauptmast gekappt werden. Um 21.58 Uhr war das Trockendock geleert und man begann mit der Bergung der restlichen Überlebenden. Dreizehn Seeleute konnten gerettet werden. Für 100 Seeleute, darunter Korvettenkapitän Iwase Okuitsu und fünf Offiziere kam die Rettung jedoch zu spät.
Die folgende Untersuchungskommision kam am 2. April zum Schluss, dass
  • stürmische Wellen
  • der Mangel dynamischer Stabilität
für das Kentern verantwortlich war.

Eine anschließende Untersuchungskommision kam am 14. Juni 1934 zu dem Schluss, das fast alle kürzlich in Dienst gestellten japanische Schiffe über diese mangelnde Seetüchtigkeit verfügten und empfahl dringende Behebung.

Als Folge dieses Unglücks wurden die Pläne der im 2. Ersatzprogramm von 1934 geändert, während alle Schiffe des 1. Ersatzprogramms von 1931, die noch nicht vom Stapel gelassen wurden, noch in der Werft umgebaut mussten. Für alle restlichen, bereits fertiggestellten Schiffe wurde folgendes festgelegt:
  • Entfernung aller nicht benötigten Einrichtungen
  • Reduzierung der Bewaffnung und gegebenenfalls Veränderung deren Position zur Wasserlinie hin
  • Aufnahme von Ballast im Kielbereich
  • Erhöhung der Schiffsbreite durch zusätzliche Bulges
  • Installation von Salzwasser-Ballasttanks mit dem zugehörigen Pumpsystem
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die mangelnde Stabilität der "Tomozuru"-Klasse bereits am 1. April 1933 an der "Chidori" festgestellt wurde. Man stellte während der Probefahrten fest, dass das Schiff mit einer Geschwindigkeit von 28 Knoten bei einer Wende bereits eine Rollrate von 35° erreichte! Es wurde hier bereits ein Zusatzgewicht von 30 Tonnen empfohlen, aber nie durchgesetzt.

Created on 11/23/2005 02:52 PM by Dominik
Updated on 11/23/2005 02:57 PM by Dominik
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